Dänemark Austausch, Tag 4, Abreisetag

Heute war (endlich) der Abreisetag aus Dänemark. Unsere Dänen haben uns morgens zur Station gebracht und wir haben uns dann von ihnen verabschiedet. Wir sollten uns alle in einer Reihe aufstellen und jeder hat dann quasi jeden umarmt. Die meisten haben uns nur flüchtig umarmt, selbst meine Dänin. Nur H., der Däne von N. aus meiner Klasse, hat jeden wirklich doll umarmt. Meiner Meinung nach war er auch der netteste von allen Dänen. Leider hab ich mich nicht wirklich richtig mit ihm unterhalten. Nachdem wir uns dann von den Dänen verabschiedet haben, sind wir nach Kopenhagen zum Hauptbahnhof gefahren und haben dort unser Gepäck weggestellt. Dann haben wir uns – zu Fuß – auf den Weg nach Christiania gemacht. Wie gestern schon erwähnt ist Christiania quasi ein „Staat im Staat“. Christiania ist ein altes riesiges Militärgelände, das in den 70ern von ein paar jugendlichen Hippies besetzt wurde. Nach und nach sind dort immer mehr Menschen eingezogen und es wurde zu einer richtigen kleinen Stadt. Dann hat Dänemark beschlossen, dass Christiania geräumt werden soll, weil sich die Menschen teilweise gegenseitig umbrachten, viele große Drogendealer dort, natürlich steuerfrei, ihr Vermögen verdienten und es immer mehr Junkies gab. Außerdem war es laut, dreckig und einfach „nicht richtig“. Die Bewohner von Christiania haben sich dann zusammengesetzt und beschlossen, dass sich was ändern muss, wenn Christiania weiterhin bestehen soll. Schließlich wurde einige Regeln aufgestellt, die Dealer in eine bestimmte Straße „umquatiert“ und ein zivilisiertes Projekt wurde aus der einstigen Drogenhochburg. Dank diesen Wandels hat die Stadt zugestimmt, dass Christiania doch noch bestehen bleiben darf. Mittlerweile haben die Bewohner Christianias ein Teil des Geländes gekauft und sind dabei das Geld für den Rest zusammen zu verdienen. Mittlerweile wohnen ca. 1000 Menschen dort auf einer Fläche von ungefähr 34 Hektar. Es gibt eine Art Kindergarten, ein Kino, Restaurants, einen Baumarkt, einen Supermarkt und und und. Es wohnen auch nicht mehr nur Hippies dort, sondern ebenso Alternative und ganz „normale“ Menschen und das inzwischen in vier Generationen. Ich persönlich finde diese Art zu leben ziemlich super und könnte mir vorstellen auch irgendwann in so einem, ich nenn‘s mal „Wohnprojekt“ zu leben. Nach Christinia sind wir wieder zum Bahnhof gegangen, haben uns von dem dänischen Lehrer verabschiedet, hatten dann noch etwas Freizeit am Bahnhof und sind dann in den Zug nach Fredericia gestiegen. Frau B. hat leider verpeilt uns Plätze zu reservieren, oder, um es so auszudrücken, wie sie, „Da war was auf der Internetseite kaputt, da konnte man nicht reservieren.“. das heißt also, wir mussten einen Teil der Fahrt über stehen, bzw. uns auf den Gang setzen. Um 17:40 sind wir dann pünktlich in Schleswig angekommen und zu unseren Eltern gehen. Meine Mama hat Frau B. und Frau F. abgefangen, um sie wegen der Sache mit dem Typen in der Straßenbahn gestern (im letzten Eintrag zu lesen) anzusprechen und auch über das Verhalten der beiden. Die haben natürlich alles verharmlost und meinten sogar, dass die Dänen es „genossen hätten“ dass wir jüngeren (Ironie, wir waren, bis auf ein paar Ausnahmen gleichalt oder nur ein ganz bisschen jünger) das so ernst genommen haben. Dabei haben die uns getröstet und sich voll lieb um uns gekümmert. N. aus meiner Klasse, wir haben sie mitgenommen, weil sie im Nachbardorf wohnt und ich auch schon öfter bei ihr mitgefahren bin, und ich sind schonmal Richtung Auto gegangen, weil wir bei dem Gespräch nicht unbedingt dabei sein wollten. Als Mama und die Lehrer fertig diskutiert haben, haben wir N. nach Hause gebracht und sind anschließend auch nach Hause gefahren. Ich hab mich total auf meine Dusche, mein Bett und meinen Fernseher gefreut und einen entspannten Abend geplant, aber ich hab natürlich vergessen, dass meine Schwester am Samstag konfirmiert wird und ich noch diverse bestellte Kleider anprobieren muss. Also war nicht so viel mit einem entspannten Nachmittag. Nachdem ich die Kleider anprobiert und verzweifelt festgestellt hab, dass die alle entweder nicht passen oder echt doof aussehen, sind Mama und ich noch zu meinen Großeltern gefahren, weil Mama Geschirr brauchte und Oma mir auch ein Kleid bestellt hatte. Das Kleid passt zum Glück super und sieht auch echt toll aus. Ich bin noch bis ungefähr halb 10 da geblieben und hab ihnen von dem Austausch erzählt. Dann hat Oma mich nach Hause gefahren und jetzt sitze ich im Bett und schreibe diesen Eintrag zu Ende. und jetzt werde ich auch gleich schlafen gehen, ich bin total fertig. Gute Nacht und bis morgen❤ Spruch des Tages: „I see you shiver with Antici … Pation.” – Frank-n-Furter, The Rocky Horror Picture Show

14.4.16 21:56, kommentieren

Austauschfahrt Dänemark, Tag 3

Heute haben wir uns, wie gestern schon erwähnt, um 7:30 getroffen und sind dann mit dem Zug nach Kopenhagen gefahren. Wie zu erwarten war ich todes – heftig müde und selbst Mr. Kaffee konnte da nicht wirklich weiter helfen. Als erstes haben wir das das „Folketinget“, das Parlament, besichtigt und irgendeinen Politiker getroffen. Der hat uns n bisschen was erzähl und wir sind ewig lange durch das riesige und, zugegeben, unglaublich schöne Gebäude gelaufen. Danach haben wir uns noch die königliche Bibliothek von außen angeguckt und sind dann zum „Rundetårn“, einem alten Aussichtsturm, gegangen. Nachdem wir dort hochgelaufen sind hatten wir ca. 4 ½ Stunden Freizeit in Kopenhagen. Ich bin mit H. und I. gegangen. Wir sind erst ein wenig rumgebummelt und haben uns ein paar Geschäfte angeguckt und dann meinte I., dass wir ja Frozen Yogurt essen gehen können. Nachdem wir gefühlte Ewigkeiten durch die Innenstadt geirrt sind, um einen Frozen Yogurt Laden zu finden, haben wir es schließlich aufgegeben und uns in ein anderes Café gesetzt. I. und ich haben ein Stück super leckere Schoki – Torte gegessen. Wir haben umgerechnet 5€ pro Kuchenstück bezahlt. Fünf Euro! An Großstadtpreise, werde ich mich glaub ich niemals gewöhnen…Um 17:45 haben wir uns dann alle wieder am Rundetårn getroffen und sind alle im türkischen Restaurant „Ankara“ essen gegangen. Das Buffet war super lecker, was nur etwas, ich nenn’s mal ungünstig, war, war, dass wir nur ein kleines Getränk bestellen durften. Sprich: eine kleine Cola für zwei Stunden sitzen und zwei Portionen essen… Danach sind wir alle wieder zum Bahnhof gegangen und haben uns in den Zug zurück nach Allerød gesetzt. Als einige von uns deutschen Mädels sich mit ein paar von den dänischen Mädels in ein Abteil gesetzt haben, ist plötzlich ein Typ reingekommen, hat einer Dänin auf den Kopf gehauen und irgendwas auf Dänisch gesagt. Weil die Däninnen ziemlich verstört ausgesehen haben, haben wir gefragt, ob sie den Typen gekannt haben und was er gesagt hat. Die meinten, dass sie den nicht kannten und, dass er „Ihr werdet gleich alle sterben“ gesagt hätte. Wir sind alle ins Abteil von unseren Lehrern gegangen und haben drum gebeten, dass wir alle aussteigen und einen anderen Zug nehmen. Die Lehrer meinten nur, dass schon nichts passieren wird und, dass das nur ein dummer Scherz von einem Betrunkenen war und was hier schon passieren könnte. Wir meinten, dass Kopenhagen ja nicht unbedingt eine Kleinstadt ist und dass erst kurz bevor wir gekommen sind einige von der IS festgenommen wurden. Daraufhin hieß es nur noch, dass wir uns nicht so anstellen sollen. Wir waren durch mit den Nerven und wollten nur noch nach Hause. Leider mussten wir noch etwa 20 Minuten fahren und wir sahen, dass der Typ durch die anderen Abteile gegangen ist und dass er auch anderen Leuten auf den Kopf gehauen hat. Was er gesagt hat, konnten wir zwar nicht verstehen, aber wir haben einfach mal interpretiert, dass er denen das Selbe gesagt hat wie uns. Als wir bei K. angekommen sind, bin ich ziemlich direkt in „mein“ Zimmer gegangen und habe mit meiner Mama telefoniert. Sie hat sich ziemlich über das Verhalten unserer Lehrer aufgeregt und meinte, dass sie mit anderen aus dem Elternbeirat sprechen wird. Dann hab ich noch mit P. telefoniert. P. ist für mich quasi wie eine Mischung aus großem Bruder, den ich nie hatte, bester Freund und Mensch, den ich jeder Zeit heiraten würde. Er ist für mich einfach ein Vorbild und ich kann mit ihm über alles reden. Nachdem wir telefoniert haben, hab ich erstmal tief durchgeatmet. Der Tag war schon ziemlich anstrengend und verrückt…Morgen treffen wir uns wieder um 7:30, müssen uns dann schon von unseren Dänen verabschieden und fahren dann alleine nach Christiania, der sogenannte „Staat im Staat“. Morgen mehr dazu. Bis dahin, gute Nacht❤Spruch des Tages: Wir leben zu sehr in der Vergangenheit, haben Angst vor der Zukunft und vergessen dabei völlig, die Gegenwart zu genießen.

1 Kommentar 13.4.16 22:25, kommentieren